Dies ist ein Gastbeitrag von Daniela Lindner.


Frankreich, ein Staatsgebiet auf europäischem Festland, erstreckt sich vom Mittelmeer bis zum Ärmelkanal sowie vom Rhein bis zum Atlantischen Ozean. Sie hat eine Bevölkerungszahl von gut 66 Mio., ist aber im Vergleich zu Deutschland flächenmäßig viel größer.

Wie kam ich aber nach Frankreich?

Schon seit meiner Ausbildung zur Hotelfachfrau träumte ich davon, irgendwann einmal im Ausland arbeiten zu können. Dabei kam mir Frankreich aber nicht mal im Entferntesten in den Sinn. Ich wollte eigentlich nach Australien oder Spanien...
Frankreich Laval AuswandernIn meinem 3. Lehrjahr öffnete sich mir aber die Tür nach Frankreich/Laval. Was ich bis dato nicht wusste, einige Städte Frankreichs. u. a. Laval im Nordwesten des Landes, haben eine Partnerschaft mit dt. Städten. So bekamen wir die Möglichkeit, uns für ein Auslandsausbildungsjahr zu bewerben: d.h. frz. Ausbildung + Sprache lernen in einer Europaklasse. Das wurde finanziert durch das Europäische Leonardo-Programm.
Wer kann dazu noch nein sagen? Ich auf jeden Fall nicht. Ich schmiss all meine Vorurteile über die Franzosen über Bord und ich bekam auf einmal richtig "Hunger" auf dieses Land.

Nachdem ich angenommen wurde, fing ich auch gleich an, frz. zu lernen (ich hatte zu diesem Zeitpunkt nur noch 3 Monate Zeit, bevor es losging!)
Angekommen in Laval, einer Stadt mit ca. 50.600 Einwohnern im Departement Mayenne in der Region Pays de la Loire, merkte ich schon sehr bald den Unterschied zu Deutschland. Hier sind die Menschen sehr viel aufgeschlossener und man wird beispielsweise sehr schnell zum Café eingeladen und man tauscht sich aus. (Anfangs noch mit Duden wegen der Sprachbarriere).

In diesem Jahr musste ich sehr schnell sehr viel frz. lernen, denn wir bekamen genau die gleichen Abschlussprüfungen, wie die Franzosen. Steckt also sehr viel Arbeit dahinter und somit wuchs der Leistungsdruck ebenfalls sehr stark! Das Restaurant, in dem ich das 1. Jahr arbeiten durfte, war auch bekannt dafür, dass die europ. Azubis noch nie durchgefallen sind. Dementsprechend arbeitete meine Chefin zwar mit Strenge, aber auch mit viel Geduld einer Mutter daraufhin. Ich bin ihr heute noch sehr dankbar dafür. Ich habe sehr viel praktisch, wie auch sprachlich, dazugelernt. Dank ihr habe ich die Abschlussprüfung mit Bravour bestanden. Auch in der Schule bekam ich immer ein offenes Ohr und viel Hilfe, wenn ich mal nicht weiter wusste.

Daniela Lindner Frankreich

So gegen Ende des 1. Jahres fragte mich meine Chefin, was ich denn danach machen möchte. Ich antwortete ihr, dass ich noch gerne weiter in Frankreich bleiben und auch besser frz. lernen möchte. Es machte mir wirklich Spaß, denn wo kann man denn besser eine Sprache lernen, als in dem Land selber? Wohlgemerkt: Ich hatte vorher viel Englisch in Deutschland in der Schule gelernt und ich war immer sehr schlecht. Ich merkte, dass man eine Sprache nur lernen kann, wenn man täglich damit konfrontiert wird. Meine Chefin fragte mich daraufhin, ob ich denn noch 2 Jahre frz. Ausbildung draufsetzen möchte, damit ich noch bessere Chancen auf dem frz. Arbeitsmarkt bekäme. Ich stimmte zu.
So ließ meine Chefin ihre Kontakte spielen. Dank ihr fand ich sehr schnell einen weiteren Ausbildungsbetrieb, der mich aufnahm. So machte meine neue Chefin die darauffolgenden 2 Jahre auch das erste Mal Erfahrungen mit einer dt. Azubi. Wir wurden beide nicht enttäuscht, denn ich habe die Zeit weiter durchgehalten und ebenso mit Erfolg bestanden. Meine Chefin war sogar so begeistert, dass sie mich gleich in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernahm. Für mich ebenso ein weiterer Erfolg.
Daniela Lindner Laval FrankreichWas ich in der Zeit gemerkt habe, ist, dass die Franzosen Probleme haben, eine andere Sprache zu erlernen. Es gibt hier sehr wenige, die Englisch, Spanisch oder andere Sprachen lernen. Woran das liegt, weiß ich nicht. Zumindest bei mir im Restaurant ist es so, dass ich meist zu "Ausländern" geschickt werde. So passiert es auch manchmal, das ich an einem Abend 3 Sprachen sprechen muss: Französisch, Englisch und Deutsch. Das trainiert noch zusätzlich und es macht mir sehr viel Spaß!
Inzwischen ist mir auch mein jetziger Verlobter nachgekommen nach Laval...

Alles in einem: Ich bin froh, dass ich diesen Schritt gewagt habe, ins Ausland zu gehen. Ich habe inzwischen viele gute Freunde und vor allem sehr viele persönliche Erfahrungen gemacht, die mich von meiner allgemeinen Einstellung sehr verändert haben. Ich fühle mich sehr wohl und es ist nun mein neues Zuhause geworden. Ich habe es noch nie bereut und so schnell werde ich dies nicht wieder aufgeben...

Viele liebe Grüße aus Laval

Daniela Lindner