Dies ist ein Gastbeitrag der Familie Glass  (www.gokanada.com)

Obwohl viele Erfahrungsberichte, die wir auf dieser Webseite lesen können, recht jung sind, möchte ich - als alter Hase - kurz meine Langzeit - Erlebnisse schildern. Diese reichen über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren.

Das Einwandern

Einwandern Kanada GlassWir, zwei Erwachsene und zwei Kinder (ein Schulkind und ein Säugling), haben es damals gewagt, über den großen Teich zu gehen und das gleich bis in den Westen Kanada‘s. Vorab muss ich gestehen, dass wir zweimal erfolglos einen Antrag auf Einwanderung nach Kanada gestellt hatten. Wir haben trotz großer Enttäuschung nicht aufgegeben, sondern haben uns weitere Hilfe in Form eines deutschsprechenden Einwanderungsberaters in Kanada gesucht.
Damit ist es uns dann endlich gelungen, den Antrag erfolgreich durchzubekommen. Nach unserem Umzug sind wir noch für eine kurze Zeit von unserem Berater betreut worden. Das hat sich als sehr vorteilhaft erwiesen, um das Wichtigste zeitnah zu organisieren. Nach vier Wochen im Motel und nach den notwendigen Behördengängen sind wir in ein Haus auf ein Indianerreservat umgezogen. Das war für uns eine interessante Erfahrung, denn auf Reservatsgebiet gelten etwas andere Regeln. Und diese Regeln können von Stamm zu Stamm unterschiedlich sein. Nach negativen Erfahrungen haben wir uns entschlossen, erneut umzuziehen, in ein Haus, indem wir heute noch leben.
Abgesehen von dem unerwarteten Umzug, haben sich auch unsere geringen Englischkenntnisse als nachteilig herausgestellt. Einige Missverständnisse und Verzögerungen hätten mit besseren Sprachkentnissen vermieden werden können. Trotzdem muss ich bemerken, dass in Kanada die deutsche Sprache von vielen Einwohnern zumindest teilweise beherrscht wird. Das hängt aber sicherlich von der geographischen Lage ab, denn es gibt bestimmte Gebiete, wo sich bestimmte ethnische Gruppen niedergelassen haben, z.B. Asiaten hier, Europäer dort.

Das Berufsleben

In der Zeit nach unserer Einwanderung hatten wir weder die Anerkennung unserer Berufe, noch einen Arbeitgeber. Meine Frau kam aus der Textilbranche, ich war in einem Spezialgebiet der IT tätig gewesen. Das Finden eines Jobs in unseren ursprünglichen Berufen gestaltete sich in unserer Gegend als schwierig. In eine grosse Stadt wollten wir aber nicht umziehen. Das zerrte sehr an den Nerven und am Geldbeutel. Wir haben uns dann entschlossen, neuen Wege zu gehen und jeweils selbständig zu werden. Jeder in einem anderen, neuen Gebiet: Meine Frau in der Hausverwaltung und ich versuchte mich als Importeur/Exporteur. Beides waren lediglich Ein-Personen-Gesellschaften. Das war zwar auch nicht einfach, aber man hat mit jedem Tag dazugelernt und es kam etwas Geld in die Kasse, wenn auch nur sehr zögerlich.
Es ist meiner Meinung nach ganz wichtig sehr flexibel zu sein und nicht am gewohnten (Beruf) festzuhalten. Man muss offen für Neues sein und man muss auch willig sein in seine eigenen Ideen zu investieren und ein gewisses Risiko einzugehen.
Glass Haus KanadaNach durchschreiten einer Talsohle haben wir uns dann in unseren Selbständigkeiten gefestigt. Durch Mund-zu-Mund Werbung, durch Ausdauer und Geduld, durch gute Qualität, hat jeder von uns neue Kunden gewonnen. Um das Thema Berufe abzurunden muss ich erwähnen, das ich später noch einmal die Schulbank gedrückt habe, um das Einwanderungsgesetz Kanada’s zu studieren und bin jetzt selbst als lizensierter Einwanderungsberater /Immigration Consultant tätig, helfe anderen nach Kanada einzuwandern. www.gokanada.com.
Da wir das Glück haben, in einer landschaftlich reizvollen Urlaubergegend zu wohnen, bietet meine Frau nun eigene Gästezimmer an, welches gern von Kanadiern oder europäischen Gästen in Anspruch genommen wird („Urlaub in Kanada bei deutschen Gasteltern“).

Schule

Der Schulbesuch unserer Kinder war eine weitere interessante Erfahrung. Jedes Kind soll eine zwölfjährige Schulbildung (High School) abschließen. Besonders interessant waren die Klassen 10,11 und 12, denn bei den höheren Klassen wurden die Pflichtfächer nacheinander von Wahlfächern abgelöst. D.h. also, dass ein Schüler zum Beispiel in Klasse elf die Wahlfächer Kochen, Schweißen, Theater, Programmierung, Instrument erlernen und spielen in einer Musikband, Fotografie, Golfen, Hockey usw. belegen kann. Das fanden wir als ausgezeichnete Methode, um die Schüler auf ihr Berufsleben vorzubereiten. In bestimmen Fällen kann man sogar ein 1. Lehrjahr dafür anerkannt bekommen. 


Allgemeines

Allgemeines Kanada GemeinschaftIn Bezug auf das ein (Ein)Leben in unserer Ortschaft in BC waren wir von der Freundlichkeit, Aufnahmebereitschaft und Hilfsbereitschaft unserer Nachbarn überrascht. Das galt auch gegenüber Kindern. 

Das hat uns sehr gut getan, denn das waren wir nicht unbedingt von Deutschland gewohnt.
Es gibt hier nicht den Fingerzeig: Oh, das sind Deutsche, das sind Italiener, das sind Inder – sondern alle sind: Kanadier.
Relativ schnelle Integration in die kanadische Gesellschaft findet man, wenn man sich Interessengemeinschaften anschliesst, wie Sportverein, Kirche oder Hobbyverband.
Wir selbst gehen zu einer lokalen christlichen Gemeinschaft.

Zusammenfassend,  nach all den Jahren in Kanada können wir feststellen, dass unser Entschluss nach Kanada zu gehen, zu den besten in unserem Leben gehörte.

Unser Rat

Zusammenfassend Kanada

Es werden nicht alle Träume sofort in Erfüllung gehen und es werden Schwierigkeiten auftreten, aber wenn die Familie zusammensteht und man Geduld hat, wird man am Ende zufrieden und glücklich sein. (Siehe auch meine Bemerkung unter „Berufsleben“).

Wenn aber jemand in der Erwartung ist, sofort das „grosse Geld“ zu machen, der wird wahrscheinlich enttäuscht sein - jemand aber der Land und Leute liebt und in der Lage ist die vielen Vorteile Kanada‘s zu erkennen, der wird hier finden, was er sucht.

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Viele Grüsse aus British Columbia, Kanada,
Familie Glass

The bear Canada